Vortrag „Geburt im archäologischen Befund. Neuzeitliche Deponierung von Nachgeburtstöpfen“

26. Juni 2017
Vortrag
„Geburt im archäologischen Befund. Neuzeitliche Deponierung von Nachgeburtstöpfen“

Der Zonta Club Innsbruck-Tyrol lud am 26. Juni 2017 in Kooperation mit der Stadtarchäologie Hall i.T. und dem Institut für Archäologien der Universität Innsbruck zum Vortrag „Geburt im archäologischen Befund. Neuzeitliche Deponierung von Nachgeburtstöpfen“ von Svenja Dalacker M.A. ein. Nach der Begrüßung durch Mag. Alexandra Müller-Krassnitzer im Namen der Stadtarchäologie Hall, stellte Präsidentin Barbara Tramposch kurz den Zonta Clubs Innsbruck-Tyrol vor. Der Zonta Club ist ein internationaler Service-Club berufstätiger Frauen, die sich zum Dienst an Frauen verpflichtet haben. Die Mitglieder von Zonta sind vorwiegend Frauen, die selbständig oder in verantwortlicher Position tätig sind. Das Ziel dieser internationalen Vereinigung ist es, die Stellung der Frauen im politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und beruflichen Bereich zu verbessern.

Vortrag „Geburt im archäologischen Befund. Neuzeitliche Deponierung von Nachgeburtstöpfen“, Referentin Svenja Dalacker und Zontaclub-Präsidentin Barbara Tramposch, 2017, Foto: Stadtarchäologie Hall i.T.

Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler übernahm in weiterer Folge die einführenden Worte zum Vortrag von Svenja Dalacker, die das  Studium der Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters und der Ethnologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, absolvierte. Ihre Abschlussarbeit beschäftigte sich mit dem Thema „Deponierung der ander geburt: Neuzeitliche Nachgeburtstöpfe aus Bodelshausen, Altenhoferstr. 3 im kontextuellen Vergleich“.

Vorstellungen manifestieren sich in ausgeübten Handlungen, wobei sich Vorgänge und Rituale um die Geburt nur selten im archäologischen Befund ausdrücken bzw. sich deren Bedeutungsinhalt erschließen lässt. Das Auffinden vergrabener Töpfe in Kellern bereits in der 1. Hälfte des 20. Jh. erbrachte eine (indirekte) Zuweisung der Befundsituation mit Geburtsvorgängen. Das Verwahren der Nachgeburt – ein beinahe vergessener Brauch der Neuzeit wurde so mithilfe archäologischer Forschungen wieder sichtbar gemacht. In den letzten Jahren stieg die Kenntnis um die Nachgeburtsbestattungen in der Öffentlichkeit und äußerte sich in zunehmender Anzahl an Fundorten mit entsprechenden Deponierungen und archäologischen Maßnahmen. Die Thematik um die Nachgeburtstöpfe greift in die private Religiosität der Menschen und ermöglicht durch interdisziplinäre Forschungen ein dichteres Bild der ambivalenten Vorstellungswelt zu liefern.

Vortrag “ „Geburt im archäologischen Befund. Neuzeitliche Deponierung von Nachgeburtstöpfen“, Foto: Institut für Archäologien

Im Anschluss gab es noch die Möglichkeit  der Referentin bei einem Glas Wein – gesponsert vom Zonta Club Innsbruck-Tyrol Fragen zu stellen. Der weitere Ausklang des Abends fand dann im Restaurant Goldenen Engl statt.

Einladung_Vortrag_“Geburt_im_archäologischen_Befund“