Inventarisierungsprojekt 2025

ab September 2025
Inventarisierungsprojekt 2025

Das Projekt umfasst die Fortsetzung der digitalen Inventarisierung eines abgegrenzten Teils des Museumsbestands der Stadtarchäologie Hall, insbesondere der Funde aus den Grabungen Schneiderkirche, Heiligkreuz und Bachlechnerplatz sowie weiterer Kleinfunde aus Haller Grabungen. Die Objekte aus unterschiedlichen Materialien (u. a. Holz, Metall, Buntmetall, Glas, Keramik, Porzellan, Knochen) werden konservatorisch bearbeitet, detailliert dokumentiert und nach modernen Standards digital erfasst. Dazu gehören Fotodokumentation, präzise Objektbeschreibung sowie die vollständige Zuordnung von Fundorten und Fundzusammenhängen.
Die Neufunde erweitern die Sammlung vor allem im Bereich der Alltags- und Gebrauchsgegenstände (z. B. Trinkkultur, Rauchgeräte) sowie sakraler und liturgischer Objekte. Besonders hervorzuheben ist die Ergänzung frühneuzeitlicher Hohl- und Flachglasfunde im Vergleich zum Bestand der Glashütte Hall. Da viele der jährlich hinzukommenden Funde noch nicht vollständig aufgearbeitet sind, ist ihre systematische Erfassung ein zentrales Projektziel.

Neben der Inventarisierung ist eine vertiefende Objektforschung unter realienkundlichen sowie sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Aspekten geplant, auch im überregionalen bzw. europäischen Vergleich. Die Ergebnisse sollen sowohl wissenschaftlich ausgewertet als auch museal präsentiert und in der Reihe „Forum Hall in Tirol. Neues zur Geschichte der Stadt“ publiziert werden.
Die bearbeiteten Glasobjekte sollen zudem im derzeit in Ausarbeitung befindlichen „Handbuch zur Terminologie der mittelalterlichen und neuzeitlichen Glasfunde in Österreich“ systematisch erfasst, typologisch eingeordnet und in den überregionalen Forschungskontext eingebunden werden. An der Erstellung des Handbuchs sind auch Vorstandsmitglieder der Stadtarchäologie maßgeblich beteiligt. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt Österreich.

Die bereits inventarisierten Objekte, die in der Museumsdatenbank erfasst sind, wurden aufgrund einer neuen Depotsituation in neue Räumlichkeiten umgesiedelt. Diese Umstrukturierung bietet die Möglichkeit, im Rahmen des neuen Projekts den gesamten Altbestand nochmals zu sichten und zu überprüfen. Durch die Neusichtung könnten etwaige Ergänzungen vorgenommen und Vergleichsobjekte besser identifiziert sowie direkt miteinander verknüpft werden.

Dank der zugesagten Projektförderung seitens des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) in Höhe von EUR 3.000,- und einem Anteil aus der Jahressubvention des Landes Tirol und der Stadt Hall konnte das Projekt im September 2025 starten. Mit der Durchführung wurde erneut Archäologin Stefanie Heim BA MA beauftragt. Sie war sowohl während ihres Archäologiestudiums als auch nach dessen erfolgreichem Abschluss wiederholt für das Museum Stadtarchäologie in Tirol im Bereich Recherche und Archivierung tätig. Zudem gehört sie seit vielen Jahren dem Grabungsteam der Stadtarchäologie Hall in Tirol an und war bei zahlreichen archäologischen Ausgrabungen sowie Bauuntersuchungen persönlich vor Ort im Einsatz. Dadurch ist sie mit den Funden und ihren jeweiligen Kontexten bestens vertraut.