Februar 2022 bis August 2023
Inventarisierungsprojekt 2022/2023
Große Teile unserer jährlich um zwei bis drei Grabungen anwachsenden Sammlung sind noch unbearbeitet. Ziel des Projektes war es, eine dem üblichen Standard entsprechende digitale Inventarisierung eines abgegrenzten Bereiches vorzunehmen (Foto, Datenblatt mit Objektbeschreibung und Fundort und Fundzusammenhang). Die Inventarisierung dient als Basis für unsere weitere Forschung und ist im Sinne der Sammlungspflege und -verwaltung von höchster Dringlichkeit. Unsere Subventionsanfrage beim Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport wurde uns mit EUR 3000,- gewährt. Dafür möchten wir uns hiermit sehr bedanken.
Mit Hilfe dieser Summe, einem Anteil der Jahressubvention des Landes Tirol und der Stadt Hall sowie ein Teil des Tiroler Museumspreises (aus 2012) konnte dieses Projekt im Februar 2022 starten und mit August 2023 abgeschlossen werden.
Mit den Arbeiten haben wir Archäologin Stefanie Heim BA MA beauftragt. Sie war sowohl während ihres Archäologiestudiums als auch nach erfolgreichem Abschluss für das Museum Stadtarchäologie i.T. im Bereich Recherche und Archivierung des Öfteren tätig. Zudem gehört sie seit vielen Jahren dem Grabungsteam der Stadtarchäologie Hall i.T. an und war daher bei einer Vielzahl von archäologischen Ausgrabungen und Bauuntersuchungen selbst vor Ort. Somit war sie bestens mit den Funden und den Fundzusammenhängen vertraut.
Im Zuge des Inventarisierungsprojektes im Zeitraum von 10. Februar 2022 bis August 2023 wurden die Kleinfunde aus der Grabung im ehemaligen Gasthof Bozner Weinstube, der Grabung Wallpachgasse bzw. Grabung Schmiedgasse 22, sowie Spielzeugporzellan u. Pfeifen aus der Grabung Milserstraße 1, Hohl- und Flachglasfunde aus div. Haller Grabungen inventarisiert. Die Inventarisierung beinhaltete die Aufnahme in die Museumsdatenbankliste/Inventarliste, eine genaue Beschreibung des Objektes und die fotografische Dokumentation. Die Fotos der Objekte wurden in einem separaten Ordner gesammelt und mit der Inventar-/Datenbanknummer versehen, um eine Zuordnung zu erleichtern bzw. möglich zu machen. Die Kleinfunde gehörten unterschiedlichster Materialgruppen an, wie etwa: Holz, Metall, Buntmetall, Knochen, Glas, Keramik, Porzellan, etc.
Am Anfang des Inventarisierungsprojektes stand jedoch die Bereinigung der Inventarliste und die Durchsicht der bereits eingelisteten Objekte. Nach der Behebung der Fehler in der Liste und im Fotoordner konnte mit der Hauptaufgabe: Einpflegung neuer Objekte in die Museumsdatenbank, begonnen werden.

Stefanie Heim BA MA.
Der Arbeitsvorgang für die Inventarisierung eines neuen Objektes umfasst folgende Arbeitsschritte:
- Als erster Schritt wurden die zu inventarisierenden Fundobjekte festgelegt, die Auswahl der Funde erfolgte im Depot der Stadtarchäologie Hall in Tirol.
- Danach wurde eine neue Inventarnummer für ein neues zu inventarisierendes Objekt vergeben.
- Anschließend erfolgte die Einlistung des neuen Objektes in die Museumsdatenbankliste/ Inventarliste.
- In der Museumsdatenbankliste/Inventarliste wurden folgende Attribute pro Objekt ausgefüllt: Inv.Nr, Fotonummer, Grabungskürzel, Grabung, Fundnummer, Gegenstand, Eigentümer, Entstehungszeitraum des Objektes, wann wurde es erfasst, Herkunft (alle Grabungsdaten, wie Schicht, SE-Nummer, Abhub, etc. die man vom Objekt hat werden hier eingetragen), Beschreibung des Objektes (umfassende Beschreibung des Objektes: Maße, Auffälligkeiten/Besonderheiten, Herstellungsweise, Material, Verwendungszweck, Farbe), Künstler:in (wenn vorhanden), jetziger Standort, Zustand, Bearbeiter, Bearbeitungsdatum;
- Fotografische Dokumentation mit Fotomaßstab: dabei wurde darauf geachtet, dass alle aussagekräftigen Bereiche des Objektes auf dem Foto sichtbar sind. Wurden mehrere Fotos von einem Fund erstellt so wurden die einzelnen Fotos mit Hilfe von Photoshop zusammengefügt, des Weiteren wurde das Foto in diesem Programm bearbeitet
- Nach der Fertigstellung eines Objektfotos wurde das Foto mit der Fotonummer in den Fotoordner eingefügt
Mit August 2023 befinden sich ca. 1630 Objekte in der Museumsdatenbank der Stadtarchäologie Hall in Tirol.
