Depotarbeit 2022

Jänner bis Dezember 2022
Depotarbeit 2022
Freiwilligenarbeit in der Stadtarchäologie Hall

Das Jahr 2022 begann mit der Reinigung, der Sortierung und der Beschriftung der Funde aus der Schneiderkirche. Zuerst wurden auch alle Menschenknochen gereinigt, sortiert und dokumentiert. Aber beim Abtiefen in der Schneiderkirche kam eine so große Menge an Menschenknochen zum Vorschein, sodass diese nicht mehr gereinigt wurden und alle, auch die schon dokumentierten, an den Friedhof übergeben wurden.
Im April bearbeiteten wir die Funde aus der Grabung am Pfarrplatz. Da das Fundaufkommen im Jahr 2022 nicht so umfangreich war, konzentrierten wir uns wieder auf die Aufarbeitung von Altgrabungen, die Im Depot lagern, aber in früheren Jahren oft noch nicht gereinigt und beschriftet wurden bzw. noch nicht in die neuen Materialgruppen wie z.B. Ofenkeramik, Baukeramik, Geschirrkeramik, etc. aufgeteilt wurden.

Ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Aufarbeitung
von Altfunden im Depot der Stadtarchäologie
Hall i.T., Foto: Stadtarchäologie Hall i.T.

Jede Fundgattung wird nach Fundnummern fotografiert, sodass es möglich ist, sich am Computer mittels Fotodateien einen Überblick über die Funde je Grabung oder je Materialgruppe zu verschaffen. Dabei werden auch so manch einzelne zusammenpassende Fragmente zur Restaurierung vorbereitet, bzw. gut erhaltene oder besondere Objekte für das Einpflegen in die Museumsdatenbank ausgesucht. Die Fotos werden mit den Fundlisten korreliert, bzw. werden diese ergänzt um den Sammlungsbestand zu dokumentieren.

Freiwillige unterstützten auch im Juli 2022 die Fundreinigung und -registrierung auf der Grabung der Universität Innsbruck in Kooperation mit der Universität von New Orleans auf dem Areal des Schloss Trautson bei Matrei am Brenner. Im Herbst erhielten wir zum Einpflegen in die Haller Archäologie-Sammlung noch Keramikfragmente, die in den Jahren 1971 und 1972 von M. Bitschnau am Stadtgraben und am Unteren Stadtplatz bei Umbauarbeiten aufgelesen wurden. Wissenschaftliche Besucher:innen der Glasausstellung „Fragil“ aus New Orleans, Israel, Deutschland und der Schweiz erhielten Sonderführungen, die auch den Bestand in der Stadtarchäologie und im Depot mit einschlossen.

Ehrenamtliche Mitarbeiter:innen bei der Aufarbeitung von Altfunden im Depot der Stadtarchäologie, Foto: Stadtarchäologie Hall i.T.

Zwei Archäolog:innen im Freiwilligenteam arbeiten weiter an ihren Dissertationen zu Haller Themen: Sole/Salzverarbeitung im Halltal in der Eisenzeit und die frühneuzeitliche Glashütte Hall. Die Teilnahme an Veranstaltungen von TiMus – dem Verband der Tiroler Museen führte zu regem Austausch mit anderen Musemsteams.