17. bis 19. April 2026
Tagung „Stadtherr, Kirche und Bürgerschaft. Machtverhältnisse und bauliche Strukturen in der mittelalterlichen Stadt“
30 Jahre Stadtarchäologie Hall in Tirol
18 Referent:innen aus fünf Nationen (Österreich, Italien, Deutschland, Dänemark und der Schweiz) werden am 17. und 18. April 2026 in der ehemaligen Schneiderkirche in Hall in Tirol aktuelle Forschungen vorstellen und diskutieren. Ein Abendvortrag am 17. April beleuchtet die 30-jährige Geschichte der Stadtarchäologie Hall in Tirol und ihre Leistungen für die Stadt Hall. Den Abschluss findet die Tagung am 19. April mit themenbezogenen Führungen durch die Haller Altstadt.
Tagung: Freitag, 17. April und Samstag, 18. April 2026, ab 9:00 Uhr
Ort: Veranstaltungszentrum “WIDER.STAND“ / ehemalige Schneiderkirche, Franz-Reinisch-Platz 1 (südl. Pfarrkirche St. Nikolaus), Hall in Tirol
Stadtführungen: Sonntag, 19. April 2026
Anmeldung: Teilnahme nur mit verbindlicher Anmeldung bei Mag. Alexandra Müller-Krassnitzer: office@stadtarchaeologie-hall.at oder Tel: +43(0)676/680 4344
Wir bitten um Angabe, ob Sie an der Tagung (Freitag 17.4. und Samstag 18.4.2026), am Abendvortrag und an den Stadtführungen teilnehmen möchten.
Anmeldeschluss: 31. März 2026
Tagungsgebühr: EUR 40,- (Tagung, Kaffeepausen, Stadtführungen)
Der Beitrag ist vorab zu zahlen, die Kontodaten werden nach der Anmeldung bekanntgegeben.
Für Mitglieder des Vereins Stadtarchäologie Hall i.T. entfällt die Tagungsgebühr.
In der Stadt Hall in Tirol wurden in über 30 Jahren eine Vielzahl von archäologischen und bauhistorischen Befunden gesammelt, die einen tieferen Einblick in die spätmittelalterliche Stadtentwicklung und in das Verhältnis von privater und öffentlicher Bauherrschaft geben konnten. Besonders sichtbar wurde dies in den letzten Jahren in der Entwicklung des sakralen Bezirks inmitten der Altstadt, zuletzt bei der Restaurierung der sogenannten Schneiderkirche, dem Tagungsort der Veranstaltung:
Die Schneiderkirche war die private Stiftung einer Kapelle Anfang des 15. Jh. in einem profanen Gebäude von 1317d. Die Verfüllung von zwei Untergeschoßen im Vorfeld der Ausmalung um 1430 und das Vergessen des Bauwerks darunter haben uns ein spätromanisches Objekt in großer Vollständigkeit überliefert. Dass zur selben Zeit die heutige Nikolauskirche errichtet und sehr wahrscheinlich Fundamentaushub vom umgebenden Friedhof in das genannte Gebäude verkippt wurde, ist nur eine von mehreren parallelen Entwicklungen im Umfeld der Hauptkirche der Stadt. An dieser Stelle konzentrieren sich zum Teil widersprüchliche bauliche Lösungen, die sich auf unterschiedliche Rechtsqualitäten zurückführen lassen: Kirche, Stadtturm, Beinhäuser, Kapellen und private Stiftungen.
Im Fokus der Tagung liegt das Zusammenwirken von weltlicher, kirchlicher und bürgerlicher Macht in der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Stadt, insbesondere der Niederschlag von „Konkurrenz“ in profanen wie sakralen Bauwerken, in Stadtstrukturen (Gasse, Platz, Laube, Stadtmauer etc.), in Baumaterialien oder an einzelnen Objekten bzw. Gebäudeausstattungen. Ziel der Beiträge sollte sein, aus dem Nebeneinander oder „Gegeneinander“ baulichen bzw. künstlerischen Handelns unterschiedlicher Rechtsträger, Erklärungsmodelle für ungewöhnliche Lösungen an archäologischen und bauhistorischen Strukturen bzw. künstlerischen Schöpfungen abzuleiten.