Vereinsexkursion 2025

18. Oktober 2025
Vereinsexkursion 2025
Chiemsee

Ein fixer Programmpunkt im Rahmen unserer Vereinsaktivitäten ist die alljährliche Vereinsexkursion, die wir für unsere Mitglieder und Interessierte organisieren. Nachdem die letzten Ausflüge mit privaten PKWs unternommen wurden, entschieden wir uns im Jahr 2025 wieder für eine gemeinsame Busreise. So führte uns unser Ausflug am Samstag, dem 18. Oktober 2025, an den Chiemsee. Auf dem Programm standen eine Führung durch das Neue Schloss Herrenchiemsee auf der Herreninsel, ein Besuch der Fraueninsel mit Rundgang sowie die Besichtigung des Hochaltars in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Rohrdorf.

Bereits um 6:30 Uhr startete unsere Gruppe in Hall, um rechtzeitig in Prien am Chiemsee anzukommen und das Schiff zur Herreninsel zu erreichen. Die Herreninsel ist die größte der Chiemsee-Inseln und vor allem durch das von König Ludwig II. von Bayern errichtete Schloss Herrenchiemsee bekannt. Dieses ließ der „Märchenkönig“ ab 1878 als Hommage an den französischen König Ludwig XIV. errichten. Das Neue Schloss orientiert sich architektonisch stark am Schloss von Versailles und sollte die absolute Monarchie und den Glanz des französischen Hofes widerspiegeln.

Vereinsexkursion 2025, Neues Schloss Herrenchiemsee, Foto: Stadtarchäologie Hall i.T.

Im Rahmen einer Gruppenführung erhielten wir Einblick in die prachtvollen Räumlichkeiten des Schlosses. Besonders beeindruckend waren die reich ausgestatteten Prunksäle, die mit aufwendigen Stuckarbeiten, Vergoldungen, Wandteppichen und kostbaren Möbeln gestaltet sind. Höhepunkt der Führung war der berühmte Spiegelsaal, der mit einer Länge von rund 100 Metern sogar größer als jener in Versailles ist. Er zählt zu den eindrucksvollsten Räumen des gesamten Schlosses und vermittelt einen Eindruck vom verschwenderischen Repräsentationsstil Ludwigs II. Im Anschluss an die Führung bestand noch die Möglichkeit, das im Schloss untergebrachte König-Ludwig-II.-Museum individuell zu besuchen, das sich dem Leben, Wirken und der Persönlichkeit des bayerischen Monarchen widmet.

Mit dem Schiff ging es anschließend weiter zur Fraueninsel, der kleineren, aber historisch besonders bedeutenden Insel im Chiemsee. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im traditionsreichen Gasthaus Klosterwirt folgte eine Inselführung mit Schwester Magdalena Schütz. Die Fraueninsel ist vor allem für das Benediktinerinnenkloster Frauenwörth bekannt, das bereits im 8. Jahrhundert gegründet wurde und als ältestes durchgehend bestehendes Nonnenkloster Deutschlands gilt. Bis heute prägt die klösterliche Gemeinschaft das Leben auf der kleinen Insel.

Blick auf die Fraueninsel, Stadtarchäologie Hall i.T

Während unseres Rundgangs erhielten wir interessante Einblicke in die Geschichte des Klosters sowie in das klösterliche Leben in früheren Jahrhunderten. Stationen der Führung waren unter anderem die Klosterkirche, der sogenannte Äbtissinnengang sowie die karolingische Torhalle, eines der ältesten erhaltenen Bauwerke der Insel. Darüber hinaus erfuhren wir auch viel über die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Konvents für die Region. Schwester Magdalena Schütz berichtete zudem von neueren archäologischen Untersuchungen und zeigte uns die Stelle, an der Bodenradarmessungen die Grundmauern eines bislang unbekannten oktogonalen Zentralbaus sichtbar machten – eines in Süddeutschland äußerst seltenen Sakralbaus, der möglicherweise mit der mittelalterlichen Verehrung der seligen Irmengard von Frauenwörth in Zusammenhang steht.

Führung mit Klosterschwester Magdalena Schütz, Stadtarchäologie Hall i.T

Um 16 Uhr brachte uns das Schiff wieder zurück nach Prien, von wo aus wir unsere Reise mit dem Bus fortsetzten und nach Rohrdorf weiterfuhren. Dort kehrten wir zunächst für ein gemeinsames Abendessen im Hotel zur Post ein. Anschließend stand noch ein besonderer Programmpunkt auf dem Programm: die Besichtigung des Hochaltars in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere. Da an diesem Wochenende in Rohrdorf die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Weihejubiläum der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere stattfanden, hatten wir die Gelegenheit, an einer besonderen Nachtführung durch die Kirche teilzunehmen. In stimmungsvoller Atmosphäre erhielten wir Einblicke in die Geschichte und die kunsthistorischen Besonderheiten des Gotteshauses. Der barocke Hochaltar wurde im Jahr 1712 vom Bildhauer und Altarbauer Franz Jakob Amrhein ursprünglich für die Damenstiftskirche in Hall in Tirol geschaffen. Nachdem das Damenstift im Zuge der kirchlichen Reformen und der Säkularisation unter Kaiser Joseph II. aufgelöst worden war, wurde der Altar nach Rohrdorf verkauft und fand dort in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere eine neue Aufstellung. Der kunstvoll gestaltete Altar mit seinen Figuren, Säulen und reichen Verzierungen zählt zu den bedeutenden barocken Ausstattungsstücken der Kirche und stellt zugleich eine interessante Verbindung zur Geschichte der Stadt Hall dar.

Hochalter in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Rohrdorf, Stadtarchäologie Hall i.T

Mit diesem eindrucksvollen Programmpunkt fand ein abwechslungsreicher, kulturhistorisch interessanter und geselliger Ausflugstag einen würdigen Abschluss.