Führungen am Tag der offenen Rathaustür, 2024

16. März 2024        
Führungen 
am Tag der offenen Rathaustür

Hall macht Schule: Schulgeschichten der Haller Stadtverwaltung
Der diesjährige Tag der offenen Rathaustür widmete sich heuer einem Thema, das tatsächlich für alle wichtig sein dürfte. Schulen sind ein Kernelement unserer Gesellschaft und sie haben eine lange, bewegte Geschichte.

Bis heute ist die Stadt Hall nicht nur Verwalterin ihres Schulsprengels, sondern auch Schulbetreiberin. Wie entwickelte sich dieses Schulwesen und welche Rolle spielt(e) die Stadt dabei? Sie war immer für die schulische Bildung ihrer Bürgerschaft mit verantwortlich, musste sich diese Verantwortung aber lange mit der Kirche teilen. Eine besondere Rolle spielte dabei der Lateinschulmeister, der mit seinem Jungmeister und den Schülern auch den Gottesdienst mit Gesang zu begleiten hatte. Die Rolle der Lateinschule übernahm ab 1573 das Jesuitengymnasium.

Nach mehreren Zwischenschritten existiert es bis heute als Franziskanergymnasium. Schon vor 1500 sind aber auch private, deutsche Schulmeister nachgewiesen. Sie unterrichteten eine breitere Bevölkerung in Lesen, Schreiben und Rechnen. Trotz hohem Schulgeld stieg die Nachfrage stetig. Daher stellt die Stadt zeitweise Räumlichkeiten zur Verfügung. Den Beitrag der Gemeinden regelt das erste gedruckte Tiroler Schulgesetz von 1586. Erst viel später hebt die Schulordnung Maria Theresias von 1774 die standesmäßige Trennung der Schulgemeinde auf.

Die erste theresianische Schule wird im Haus Schulgasse 1 eingerichtet, wo sich noch heute die Knabenvolksschule befindet. Sommer- und Winterschulen, Mädchen- und Knabenschulen, Volks-, Bürger- und Hauptschulen, Berufsschulen und Universitäten, Kindergärten, alles findet sich in Halls Geschichte. Aber wie funktionierte Schule in früheren Jahrhunderten? Exponate, Schautafeln, Führungen und Darbietungen  vom Mittelalterverein Ausfall beleuchteten das Thema. Im Mittelpunkt stand aber wie immer der Ort des Geschehens, das Rathaus selbst. Seine Entwicklung und sein heutiger Bestand sind ein Abbild auch der Haller Schulgeschichte. Einer alten Tradition der Gastfreundschaft folgend, lud Bürgermeister Dr. Christian Margreiter am Samstag, 16. März 2024, herzlich zur Besichtigung des Rathauses ein. Die historischen Räumlichkeiten waren an diesem Tag frei zugänglich. Über die Zusammenhänge von städtischer Schule und gesellschaftlichen Veränderungen erhielten Besucher:innen Auskunft im Rahmen von Führungen durch den Stadtarchäologen und Stadthistoriker Mag. Dr. Alexander Zanesco und Mag. Christine Weirather vom Stadtmuseum Hall. Wer das Rathaus lieber auf eigene Faust erkunden wollte, dem standen Schautafeln und Exponate mit allerlei Wissenswertem als Hilfestellung zur Verfügung.