30. September 2023
Vereinsexkursion Tiroler Oberland
Ein fixer Programmpunkt im Rahmen unserer Aktivitäten ist die alljährliche Vereinsexkursion, die wir für unsere Mitglieder und Interessierte anbieten. Unser Ausflug 2023 führte uns am Samstag, den 30. September 2023, ins Tiroler Oberland.

Wie schon im Vorjahr hatten wir uns dazu entschlossen, die Anreise mit dem eigenen PKW anzutreten, da es im Anschluss die Möglichkeit gab, den Tag bei einem Abendessen im Mellaunerhof in Pettnau ausklingen zu lassen.
Pünktlich um 9 Uhr trafen wir uns beim Holzlagerplatz in Obsaurs bei Schönwies und spazierten gemeinsam zur Kirche St. Vigil. Dort vermittelte uns Dipl.-Ing. Walter Hauser interessante Einblicke in die Baugeschichte des spätgotischen Kirchleins.

Auch den etwas oberhalb der Kirche auf einem Hügel stehenden massiven spätmittelalterlichen Turmstumpf, der mit einem Holzaufbau als Glockenturm adaptiert wurde, ließen wir uns nicht entgehen. Der eine oder andere wagte sogar den Aufstieg in den Glockenturm.
Zwischen Zams und Schönwies thront auf einem Felsen hoch über dem Inntal die märchenhafte, sagenumwobene Kronburg. Am Fuße der Kronburg liegt das Klostergut Kronburg mit dem gleichnamigen Gasthof – unser nächstes Ziel. Vor dem Mittagessen stand jedoch noch der Aufstieg zur Ruine auf dem Programm. Ein Ritter dient dem Kloster und hütet dessen Burg: Ritter Requiem vom See begrüßte uns auf dem Weg nach oben. Hinter dieser Rolle verbirgt sich Ing. Peter Fritz, Mitglied der Gruppe „Rescue Kronburg Rettung“, die sich um den Erhalt der Burg kümmert.

Auch unser Vereinsmitglied Franz Brunner ist daran beteiligt, war jedoch an diesem Tag leider verhindert. Dafür begleiteten uns die beiden Steinmetze Erik Kirkwood und Christopher Ganser bei unserem Ausflug. So erhielten wir neben den historischen und baugeschichtlichen Erläuterungen von Walter Hauser auch spannende Einblicke in die laufenden Rekonstruktionsarbeiten aus erster Hand.

Nach dem Mittagessen ging es gestärkt weiter nach Tarrenz in die Knappenwelt Gurgeltal. Iris Rataitz-Kiechl vom Verein Knappenwelt sowie Univ.-Prof. Harald Stadler führten uns durch das Bergbau-Freilichtmuseum und zeigten uns Gebäude und Maschinen rund um Arbeit, Infrastruktur und das Leben der Bergknappen vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit. Natürlich durfte auch die Besichtigung des Museums der Heilerin nicht fehlen.

Die im Jahr 2008 in einem Waldstück bei Strad (Ortsteil von Tarrenz) entdeckte Sonderbestattung – in Bauchlage und mit ihren Habseligkeiten beigesetzt – gab zunächst Rätsel auf. Ein interdisziplinäres Forscherteam unter der Leitung von Harald Stadler stellte bald fest, dass es sich um eine etwa 40-jährige Frau handelte, die zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) lebte. Aufgrund der Grabbeigaben wie beispielsweise einer Eisenschere und Schröpfköpfen wird sie dem Bereich der Volksmedizin zugeordnet. Das ihr zu Ehren errichtete Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die archäologischen Funde zu präsentieren und zu konservieren sowie die Lebensweise der „Heilerin“ anschaulich zu erläutern.
