Haushalt

 

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Messergriff mit Damenfigur
Bein, geschnitzt,
ca. 1550
Fundort Mustergasse 11

Die Haushaltsführung war im Mittelalter weitaus beschwerlicher als heute. Allerdings standen der bürgerlichen Hausfrau Mägde zur Seite. Den Einkauf erledigte sie am Haller Wochenmarkt oder in den Läden, die sich in den Erdgeschoßen der Häuser befanden.

Einige Häuser in Hall verfügten über eigene Brunnen, die anderen Haushalte bezogen ihr Wasser von den öffentlichen Brunnen.

 
         
         
 

Der gedeckte Tisch

In den meisten Haushalten stand mitten auf dem Tisch eine Schüssel mit dem üblichen Hirsebrei, aus der sich alle bedienten. Gäste brachten ihr eigenes Besteck mit. Man aß mit Fingern, Löffeln und Messern.

Dreizinkige Gabeln wurden erst im Barock (17. – 18. Jahrhundert) allgemein üblich.

Holzlöffel konnte man auf den Haller Märkten billig erwerben.

 
         
         
 


Nuppenglas,
grünliches Glas, um 1460
Fundort Unterer Stadtplatz 7a

Ein typisches spätmittelalterliches Trinkglas der gut situierten Familie war der so genannte Nuppenbecher.

Die Nuppen verhinderten, dass die teuren Gläser aus der Hand glitten. Billiger waren Becher aus Holz (selten erhalten). Außerdem gab es eine Vielfalt an importierten bzw. nach ausländischen Vorbildern erzeugten Trink- und Schankgefäßen, wie Loschitzer, Waldenburger oder Siegburger Becher.

 
         
         
 

Schankgefäß
Siegburger Steinzeug
1500-1550
Fundort Unterer Stadtplatz 5
     
         
         
 


Gebäckmodel mit Darstellung des Sündenfalls
Keramik, 1480-1500
Fundort Salvatorasse 20

Kochen und Backen

Zur längeren Aufbewahrung eigneten sich vor allem Getreide, Rüben und Sauerkraut – die Hauptbestandteile mittelalterlichen Essens. Fleisch wurde gekocht, nur in seltenen Fällen gegrillt. Meist verbesserte man mit kleinen Fleischstücken und Gemüse den täglichen Getreidebrei. Für Festessen wurde Backwerk aus Mürbteig und Lebkuchen hergestellt. Dafür verwendete man spezielle Backformen (Gebäckmodel).

 
       
       
 


Kochtopf (Grapen)
Keramik, ca. 1300
Fundort Salvatorasse 20

Die Grundausstattung der Küchen änderte sich im Laufe der Zeit wenig, die Küchentechnik jedoch sehr. Jahrhunderte lang kochte man am offenen Feuer, in das man z. B. standsichere dreibeinige Kochtöpfe stellte.

Im 16. Jahrhundert kam der gemauerte, geschlossene Herd auf. Bahnbrechend für fast alle Bevölkerungsschichten war aber erst die Erfindung des so genannten Josephinischen Sparherdes. Durch Herausnehmen einzelner Eisenringe aus der Herdfläche passte man die Öffnung dem verwendeten Geschirr an und hielt die Hitze. In einem seitlich eingesetzten Behälter wurde gleichzeitig Wasser erwärmt. Angepasst an die geänderte Technologie kamen auch neue Typen von Kochgefäßen auf. So verlangte der geschlossene Herd Töpfe und Pfannen mit flachen Böden.

 
       
   

 

 
 

Spindel

Spinnen und Nähen

Flachs und Wolle waren im Alpenraum die wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung von Textilien. Nach mühsamer Vorbereitung mussten Tierhaare oder Pflanzenfasern zu Garn versponnen werden. Neben der Eigenproduktion deckten Gewerbebetriebe den Bedarf an Kleidern und Haushaltswäsche.

Auch nach der Erfindung des Spinnrades bleib die Spindel noch lange in Gebrauch, weil sie praktisch, billig und leicht transportierbar war.

Eine Handspindel besteht aus nur zwei Teilen: dem Spinnwirtel, der als Schwungmasse (c) dient, und dem Schaft (b). Flachs oder Wolle (a)
siehe Abbildung

 
   

 

 
 


Fingerhut und Stecknadeln Buntmetall, 1400-1600

Genäht wurde bis etwa 1850 ausschließlich händisch. Nähnadeln aus Eisen waren schon bei den Kelten bekannt, Kupfernadeln bei den Griechen und Römern gebräuchlich. Seit der Erfindung des Drahtziehens (11./12. Jahrhundert) konnte man Metallnadeln aus Eisen- oder Messingdraht in großen Mengen billig herstellen.

Mit dem Gebrauch der Nähnadel kam eine Schutzvorrichtung für den Finger auf, welche beim Nähen den Druck auf das Nadelende ausübte und das Abgleiten der Nadel verhinderte. Als noch überwiegend Nadeln aus Knochen oder Horn verwendet wurden, gab es Nähringe aus Knochen, Horn, aber auch aus Bronze. Beim Nähen mit Metallnadeln war die Verletzungsgefahr größer, daher schloss man den Nähring zu dem noch heute geläufigen Fingerhut.

 
   

 

 
   

Wäsche waschen

Darüber fehlen Belege, weil die Arbeitsgeräte aus Holz waren und daher nicht erhalten sind. Holz hat nur geringe Chance die Jahrhunderte zu überdauern. Starkem Verschleiß ausgesetzt endeten die unbrauchbar gewordenen Waschbretter nebst Wasserschaff schließlich im Herdfeuer.

 
   

 

 
   

 

 
   

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