Archäologische Kindergrabung

 

für Kinder von 6 – 12 Jahren

 

Wie arbeitet ein Archäologe? Wie läuft eine archäologische Ausgrabung ab? Spielerisch werden Kinder in die Arbeitsweise eines Archäologen eingeführt. Dazu wird in einer Gruppe an einer echten Fundstelle zusammen mit Archäologen des Vereins zur Förderung der Stadtarchäologie und Stadtgeschichte in Hall in Tirol innerhalb einer Stunde eine archäologische Ausgrabung nachgestellt.

Vom Auffinden der Fundstelle, dem Ausmessen des Grabungsbereiches, dem vorsichtigen Ausgraben von verschiedensten Fundobjekten, der Vermessung sowie fotografischen und schriftlichen Dokumentation wird ein Einblick in spannende Forschungen geboten und selbst aktiv daran teilgenommen. Kleine und große Schätze, Gräber und Mauern warten darauf entdeckt und ausgegraben zu werden …

 

Ort:   St. Magdalena im Halltal

 

Zeit: Samstag, 18.09.2010

Termin 1: 10.00-11.15 Uhr

Termin 2: 12.00-13.15 Uhr

Termin 3: 14.00-15.15 Uhr

 

Wir bitten um Anmeldung, da nur eine begrenzte Teilnehmerzahl möglich ist

 

bei Mag. Alexandra Krassnitzer

E-Mail: alexandra_krassnitzer(at)hotmail.com

Tel.: 0676/6804344

 

- Bitte Voranmeldung der Kinder mit Name, Alter, Telefonnummer, Email + Wunschtermin

- Mitzunehmen sind festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung (Regenschutz, …)

- Kosten: 5 Euro

kindergrabung

Ausstellung „De profundis“ („Aus der Tiefe“)

 

Museum Stadtarchäologie Hall in Tirol, Burg Hasegg

28. Mai 2010 bis 15. Jänner 2011

Dienstag - Sonntag von 10-17 Uhr (Eingang Münze Hall)

Die Ausstellung steht in engem Zusammenhang mit den archäologischen Grabungen im Friedhofsareal der Pfarrkirche St. Nikolaus (digitale Präsentation im Ausstellungsraum). Sie vermittelt Einblick in die Bestattungssitten des Mittealters und der Barockzeit anhand von drei Exponaten: Skelettfund (15. Jh.), Sargdeckel (18. Jh.) und Grabstein (18. Jh.). Der Gegenwartsbezug ist durch eine Diamantbestattung repräsentiert.

Darüber hinaus führt sie in die Gedankenwelt der Vergangenheit, zeigt exemplarisch, wie der Mensch mit dem Tod umging. Den Reliquien (u.a. Knochen von Heiligen) wurde eine heilbringende Wirkung zugeschrieben; demgemäß waren Begräbnisplätze in der Nähe von Reliquien begehrt. Der makabre Aspekt kommt im Totentanz zum Ausdruck. Die zeitgenössische Interpretation des Themas von dem Kärntner Maler Hans Kraker thematisiert den krassen Gegensatz von Todesangst und pulsierender Vitalität. Zu allen Zeiten spendete der Glaube Trost, seit dem Spätmittelalter wurden die Gläubigen durch ein entsprechendes Bildprogramm an die Vergänglichkeit des Irdischen gemahnt. Kruzifixe, Gebetsschnüre und Wallfahrtsmedaillen legte man den Toten mit ins Grab, um ihnen gewissermaßen einen Startvorteil im Jenseits zu geben.

Als Erinnerung bewahrte man Haare der Verstorben auf, arrangierte sie zu blumenartigen Geflechten und rahmte das dekorative Objekt als Kastenbild.

 

Kuratorin: Dr. Sylvia Mader

Ausstellungsgestaltung: Ing. Wolfgang Mader

Wissenschaftliche Untersuchung des/der Skelettfunde: Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanantomie, München

 

Ausstellungsführungen

im Rahmen der regulären Museumsführungen jeden Mittwoch um 15.30 Uhr (kein Führungsbeitrag), auf Anfrage (2€/Person) und Kuratorenführungen (pauschal 35€, Dauer: 45 min)

Kontakt: Mag. Alexandra Krassnitzer, Tel. 0676/6804344

 

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Sargdeckel (Detail), 18. Jh. Leihgabe: Pfarre St. Nikolaus, Hall i.T

 

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 Reliquienmonstranz, Anfang 16. Jh., Leihgabe: Pfarre St. Nikolaus,  Hall i.T.

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 Der letzte Tanz, Aquarell, Hans Kraker, 2010, Leihgabe des Künstlers

 

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Haarbild, Anfang 20. Jh., Leihgabe: DDr. Andreas Faistenberger

 

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Stefanie Anders, Anthropologin aus München, im Ausstellungsraum

 Fotos: Stadtarchäologie Hall in Tirol

 

 

  

Bedeutende Entdeckung in der Haller “Josefskapelle”

 

Die Stadtarchäologie führt seit Oktober 2009 Ausgrabungen in der Josefskapelle (Josefskirchlein) nördlich neben der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus durch.

 

Aus historischen Quellen war bekannt, dass die 1698 vom Brixener Fürstbischof Graf Johann Franz von Khuen-Belasy geweihte Kapelle die Gruft ebendieser Familie enthalte, denn der Bischof stammte aus Hall. Der Neubau war notwendig, weil die hier stehende sog. “Wolfgangskapelle” im Zuge der Erdbeben von 1670 und 1689 zerstört wurde. Diese Kapelle war eine Stiftung des Florian von Waldauf und wurde 1505 geweiht.

 

An der Nordseite war der sog. Heiltumsstuhl angebaut, ein Holzaufbau, von dem aus man die wertvolle Reliquien-sammlung Waldaufs einmal im Jahr der Öffentlichkeit präsentierte. Aus der Weiheurkunde geht indirekt hervor, dass die Kapelle an Stelle eines Beinhauses entstand.

 

Der archäologische Befund

passt sehr genau zu dieser Überlieferung. Ein sehr wahrscheinlich zweigeschossiger Kirchenbau des 14. Jh. wurde an die schon bestehende Friedhofsmauer südseitig angeschoben. Darin fanden sich im Zuge der Grabungen noch große Mengen an menschlichen Gebeinen. Man kann mit etwa 2000-3000 Individuen rechnen. Offenbar ließ Waldauf die deponierten Gebeine bzw. das Untergeschoss einfach überschütten.

Der „Neubau“ war vermutlich nur ein Umbau, der hauptsächlich die Ausstattung des Kirchleins betraf. Große Teile der Waldaufschen Kapelle sind ebenso noch erhalten. Schließlich um-und überbaute man Ende des 17. Jh. die Ruine, die dann endgültig abgerissen wurde. Aus diesem Grund fanden sich große Mengen an gotischem Bauschutt in der Kirche. Die besagte Gruft wurde geöffnet. Sie enthielt die sterblichen Überreste von mind. 19 Personen.

 

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Mittelalterliches Beinhaus unter der Josefskapelle

Foto: Stadtarchäologie Hall in Tirol

 

Museum Stadtarchäologie Hall

 

in der Burg Hasegg
Museumsführungen jeden Mittwoch um 15.30 Uhr

 

Öffnungszeiten des Museums
April - Oktober Di bis So 10.00 - 17.00 Uhr
Mo geschlossen
Nov - März Di bis Sa 10.00 - 17.00 Uhr
So und Mo geschlossen
Letzter Eintritt 16:00 Uhr

 

Winterpause
Von der 3. Jännerwoche bis zur 
2. Märzwoche nur für Gruppen nach Voranmeldung geöffnet!